PROJEKTE
 

 

FlAVA SAVA / RIDE THE HIGH / Performance Public Space / Konzept: Doreen Back und Mathias Hannus  

Reitschule, Große Halle Bern / 2019

 

Performerin / UNCOVER / Objekttheater-Performance / Eigenarbeit / BAFF (Baslerfigurentheaterfesitval)  

"HAJDE" Festival Serbien / Previewarts Gallery Istanbul / 2019

 

Tänzerin / ORANGE / Objekttheater-Performance / Theater Stadelhofen Zürich / 2019

Sprecherin / Facing History / Franticek Klossner / Ausstellung Universität Bern / 2019

Performerin / HÜLLEN MEET ORANGE / Performance / Eigenarbeit / Kulturraum Thalwil / Zürich / 2019

 

Nikki / Underground Empire / Theaterprojekt / Zürcher Hochschule der Künste/ Regie: Mathias Hannus

Eingeladen zum Körber Studio für junge Regie in Hamburg / 2019

 

Performerin / ORANGE / Solo Performance / Objekttheater Stadelhofen Zürich / 2018

 

Videoperformerin / Eudaimonie und Ataraxis / Franticek Klossner / Galerie da Mihi / Bern / 2018

 

Chor der lokalen Delegierten / Oratorium / SHE SHE POP / Kaserne Basel / 2018

 

Jasmin Kiran / HÜLLEN / Masterprojekt / Hochschule der Künste Bern, ThiK Theater Baden Nachwuchskünstlerabend, Schloss  Jegensdorf/ Eigenarbeit /Mentorat: Regine Fritschi / 2018

  

Performerin / In every sense. With every sense. / Hochschule der Künste Bern  / Leitung: Alexander Giesche, Katinka Deecke / 2017

 

Jasmin Kiran / My heart is a mango / Solo-Performance / Hochschule der Künste Bern / Mentorin: Regine Fritschi / 2017

Schila / SCHILA / nach Egon Schieles Figuren / Solo-Performance / ACT- Performance-Festival Dampfzentrale Bern 

Eigenarbeit / Mentorat: Nils Torpus / 2017
 

Celimène / Der Menschenfeind / Theaterprojekt / Hochschule der Künste Bern  / Regie: Laurent Chetouane
 

Crazy Trulla  und Vamp auf Schlittschuhen / Do yourself a favor / Solo-Performance / Hochschule der Künste Bern

Leitung: Ivo Dimchev / 2016 und 2018
 

Tänzerin / Das Denkgerüst / Benjamin Furrer, Hohelied Salomos / Tanzperformance / Berner Münster

 Leitung: Kirsteen Haardt, Franticek Klossner / 2016

Merlin / Artusexmachina / nach Tankred Dorst, John Dryden, Henry Purcell Musiktheaterprojekt / Schauspielschultreffen Dampfzentrale Bern / Regie: Lukas Bangerter, Tomas Flachs / 2016

 

Performerin / Nr. 68 / Nr. 27 / Nr. 11 / Tanzprojekt nach Mark Rothkos Gemälden / Bachelor - Solo

Hochschule der Künste Bern / Mentorat: Regine Fritschi / 2016

 

Lebende Skulptur / Alter Ego / Dauerperformance / Hilde an der Sihl Zürich / Leitung: Cornelius Danneberg / 2015

REFERENZEN
 

  

Zeitungsartikel ZSB von Hannah Scharnagl

„Zwischen wallenden Tüchern und spritzenden Orangen“

 

Die junge Künstlerin Jasmin Kiranoglu experimentierte im Kulturraum mit verschiedenen Formen von Ver- und Enthüllung. Ihre Performance bildete den Auftakt des viertägigen Katapult-Festivals.

 

Langsam holt Jasmin Kiranoglu eine Orange aus der Schublade. Schaut sie lange an und wiegt sie vorsichtig in ihrer Hand. Dann nimmt sie ein Messer hervor und zerteilt die Orange mit einem lauten Schrei in zwei Hälften. Das Publikum zuckt zusammen. Pause. Dann, fast schon verzweifelt, versucht sie die beiden Hälften wieder zusammenzubringen, wird immer energischer, so dass Orangensaft über die ganze Bühne spritzt. Pause. Stumm stellt sie die Orange an und stellt sie vor sich auf den Tisch. Dann holt sie die nächste Orange aus der Schublade.

 

Enthüllung durch Verhüllung

 

Mit ihrer Performance «Hüllen» lotet die Absolventin der Hochschule für Künste Bern Grenzen aus. Sie eröffnet das diesjährige Katapult Festival in Thalwil. 

Hüllen, die einengen, Hüllen die schützen, Hüllen, die verstecken, die aufmerksam machen. In ihrer Performance experimentiert die 26-jährige mit den Möglichkeiten und Grenzen von Verhüllung und Enthüllung. Zu Beginn liegt sie auf dem Boden unter einem grossen Tuch. Zu atmosphärischer Musik räkelt sie sich langsam in die Höhe – das Gesicht immer verdeckt. Dann nimmt sie ein schwarzes Tuch und hält es wie einen Vorhang vor ihren Körper. Wie auf einem Laufsteg läuft sie dem Publikum entgegen, der Ventilator vor ihr bläst das Tuch gegen ihren Körper, so dass ihre Konturen sichtbar werden. Während sie sich immer wieder auf verschiedene Arten und Weisen verhüllt und wieder enthüllt, entblösst sie sich langsam aber stetig dem Publikum. Mit jedem Teil der Performance bekommt der Zuschauer ein Stück mehr von der jungen Künstlerin zu sehen.

 

«Hüllen schützen und entblössen uns gleichzeitig», sagt Kiranoglu später bei der Fragerunde. «Oft zieht man auf das, was man schützen möchte, nur noch mehr Aufmerksamkeit». Sie habe sich schon immer für das Verborgene interessiert, für das, was hinter dem Vorhang ist. Sie habe sich für ihre Performance von der bildenden Kunst inspirieren lassen und versucht bekannte Motive der Verhüllung auf der Bühne zu übersetzen.

 

Orangen als Sinnbild für den Körper

 

Über einen Tisch gebeugt, holt sie Orangen aus der Schublade, befreit sie von einer künstlichen Stoffschale. Danach zerschneidet, zerquetscht oder zerbeisst sie eine nach der anderen gewalttätig, nur um danach wieder verzweifelt zu versuchen, sie wieder in ihre ursprüngliche Form zu bekommen. Es ist ein Tanz zwischen Zärtlichkeit und Gewaltbereitschaft. «Man kann die Orangen gleichsetzen mit dem Körper», meint Kiranoglu. «Wir können uns optisch verhüllen, aber auch innerlich». Es zeige die Verletzlichkeit, die da ist ohne die Schale. Trotz der vergleichsweise zähen Hülle, sind die Orangen innen sehr weich und verletzlich.

 

Referenzschreiben 

Regine Fritschi (Tänzerin)

Eine grosse Stärke ist ihr aussergewöhnliches, tänzerisches Talent. Sie ist in der Lage, ihr sinnlich - emotionales Körperwissen für den Zuschauer sichtbar zumachen.

Geist, Körper und Seele stehen in Verbindung. Das ist etwas, das kaum zu erlernen ist.

Sie besitzt eine reiche Fantasie, ein starke Vorstellungskraft und arbeitet sehr intuitiv, hat Zugriff auf ihr Unterbewusstes, aus dem sie tief zu schöpfen weiss.

Johannes Mager (Schauspieler / Regisseur)

Sie ist in der Lage eigene Konzeptionen zu erarbeiten. Dies hat sie bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Ausbildung bewiesen. Ihre Projektarbeiten sind geprägt von einer eigenen Form für die sie individuelle Ausdrucksmittel generiert.

 

Tomas Flachs (Schauspieldozent HKB)

Sie arbeitet engagiert und ehrgeizig, dabei werden von ihr kraftvolle, durchdachte, eigensinnige und originäre schauspielerische Angebote vorgeschlagen und im Ensemble zur Verfügung gestellt. 

Nils Torpus (Schauspieler / Regisseur) 

In beiden Workshops habe ich Jasmin Kiranoglu als engagierte und ernsthafte Arbeiterin erlebt.

Eine Schauspielerin und Performerin die selbstkritisch und unermüdlich an sich und ihrer Rolle arbeitet.